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Wie man es früher machte

Omas Hausmittel

Weiße Wäsche ohne Waschmittel, Flecken mit Salz und Milch entfernt, Zähne mit einem Salbeiblatt geputzt. Die alten Rezepte für Dinge, die heute selbstverständlich scheinen, bevor sie vergessen werden.

27Hausmittel
4Themen

01Vor der Waschmaschine

Weiße Wäsche

Die Wäsche war ein Familienritual, die «Bugada»: Man machte sie wenige Male im Jahr, mit der Asche aus dem Kamin, kochendem Wasser und der Sonne.

  • Aschenlauge

    Gesiebte Asche von Hartholz wurde in ein Tuch gewickelt und auf die Wäsche im Zuber gelegt. Darüber goss man kochendes Wasser, immer wieder: Das durchlaufende Wasser, die Lauge, löste den Schmutz und bleichte. Nie Asche von harzigem oder lackiertem Holz. So wuschen die Wäscherinnen von Lugo, die die Wäsche im Canale dei Mulini spülten.

  • Sonne und Wiese

    Die noch nasse Wäsche wurde in der Sonne auf das Gras gelegt: Licht und Feuchtigkeit der Wiese bleichen von allein, ohne alles.

  • Marseiller Seife

    Man rieb sie trocken auf Kragen und Manschetten vor dem Waschen und ließ sie einwirken.

  • Zitrone

    Ein paar Zitronenscheiben, mit vergilbter Wäsche gekocht, gaben ihr das Weiß zurück.

  • Wäscheblau

    Eine Prise blaues Pulver im letzten Spülgang: Weiß wirkt weißer.

  • Essig

    Ein Glas im letzten Spülgang macht die Wäsche weich und entfernt Seifenreste.

02Sofort, bevor sie sich festsetzen

Flecken

Omas Regel: sofort handeln und nicht reiben, sondern von außen zur Mitte hin tupfen.

  • Blut

    Sofort kaltes Wasser und Salz, nie heißes Wasser, das es im Stoff festsetzt.

  • Rotwein

    Salz darauf, sobald er verschüttet ist, damit es aufsaugt; dann etwas Milch oder Mineralwasser mit Kohlensäure.

  • Fett und Öl

    Talkumpuder, Mehl oder Kreide auf den Fleck, über Nacht lassen und dann abbürsten.

  • Tinte

    In Milch einweichen oder mit Alkohol abtupfen.

  • Rost

    Zitronensaft und Salz, dann das Kleidungsstück in die Sonne hängen.

  • Gras

    Etwas Alkohol oder Essig, dann normal waschen.

  • Kerzenwachs

    Löschpapier oben und unten, dann mit dem heißen Bügeleisen darüber: Das Wachs geht ins Papier.

  • Schweiß und Ränder

    Eine Paste aus Natron und Wasser auf die Ränder vor dem Waschen.

03Ohne Drogerie

Zähne und Körperpflege

Was im Haus und im Gemüsegarten war, reichte auch für die eigene Pflege.

  • Weiße Zähne

    Ein Salbeiblatt über die Zähne reiben. Ab und zu, nicht jeden Tag, weil es kratzt, etwas Natron mit einer Prise Salz.

  • Frischer Atem

    Petersilie, eine Gewürznelke oder ein paar Fenchelsamen kauen.

  • Glänzendes Haar

    Die letzte Spülung mit Wasser und Essig; Kamille, um blondes Haar aufzuhellen.

  • Deodorant

    Der Alaunstein, über die frisch befeuchtete Haut gestrichen.

  • Rissige Hände

    Olivenöl und Zucker in die Hände reiben, oder Glyzerin und Zitrone.

04Essig, Zitrone, Natron

Das Haus

Drei Zutaten aus der Speisekammer, und das Haus glänzte.

  • Fenster

    Wasser und Essig, und zum Trocknen zerknülltes Zeitungspapier: keine Schlieren.

  • Silber

    Heißes Wasser, Natron und Salz in einer mit Alufolie ausgelegten Schüssel: Das Silber glänzt von allein wieder.

  • Kupfer und Messing

    Eine halbe Zitrone in Salz getaucht, oder eine Paste aus Essig und Mehl.

  • Angebrannte Töpfe

    Wasser und Essig, oder Wasser und Natron, im Topf aufkochen: Das Angebrannte löst sich.

  • Kalk

    Heißen Essig auf den Wasserhähnen und im Wasserkocher einwirken lassen.

  • Schlechte Gerüche

    Eine Schale Natron im Kühlschrank, Kaffeesatz, ein aufgeschnittener Apfel.

  • Kleidermotten

    Lavendelsäckchen, Lorbeerblätter und Zedernholzstücke in den Schränken.

  • Holzmöbel

    Bienenwachs, oder Öl mit ein paar Tropfen Zitrone, mit einem Wolltuch aufgetragen.

Was Großmütter nicht wussten

Bevor du es ausprobierst

  • Mische Bleichmittel nie mit Essig, Zitrone oder Ammoniak: Es bilden sich giftige Gase.
  • Lauge ist ätzend: nur mit Handschuhen anfassen und von den Augen fernhalten.
  • Natron auf den Zähnen ist ab und zu in Ordnung, nicht jeden Tag: Auf Dauer greift es den Zahnschmelz an.
  • Bei empfindlichen Stoffen, Seide und Wolle, immer zuerst an einer versteckten Stelle ausprobieren.

Diese Hausmittel stammen aus der mündlichen Überlieferung, zu Hause weitergegeben. Kennst du eines, das fehlt, oder machte es deine Großmutter anders? Sag es uns unten. Auch die Wäscherinnen benutzten Lauge: lies Alte Berufe · Traditionen · Rezepte der Romagna

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