Wie man es früher machte
Omas Hausmittel
Weiße Wäsche ohne Waschmittel, Flecken mit Salz und Milch entfernt, Zähne mit einem Salbeiblatt geputzt. Die alten Rezepte für Dinge, die heute selbstverständlich scheinen, bevor sie vergessen werden.
01Vor der Waschmaschine
Weiße Wäsche
Die Wäsche war ein Familienritual, die «Bugada»: Man machte sie wenige Male im Jahr, mit der Asche aus dem Kamin, kochendem Wasser und der Sonne.
Aschenlauge
Gesiebte Asche von Hartholz wurde in ein Tuch gewickelt und auf die Wäsche im Zuber gelegt. Darüber goss man kochendes Wasser, immer wieder: Das durchlaufende Wasser, die Lauge, löste den Schmutz und bleichte. Nie Asche von harzigem oder lackiertem Holz. So wuschen die Wäscherinnen von Lugo, die die Wäsche im Canale dei Mulini spülten.
Sonne und Wiese
Die noch nasse Wäsche wurde in der Sonne auf das Gras gelegt: Licht und Feuchtigkeit der Wiese bleichen von allein, ohne alles.
Marseiller Seife
Man rieb sie trocken auf Kragen und Manschetten vor dem Waschen und ließ sie einwirken.
Zitrone
Ein paar Zitronenscheiben, mit vergilbter Wäsche gekocht, gaben ihr das Weiß zurück.
Wäscheblau
Eine Prise blaues Pulver im letzten Spülgang: Weiß wirkt weißer.
Essig
Ein Glas im letzten Spülgang macht die Wäsche weich und entfernt Seifenreste.
02Sofort, bevor sie sich festsetzen
Flecken
Omas Regel: sofort handeln und nicht reiben, sondern von außen zur Mitte hin tupfen.
Blut
Sofort kaltes Wasser und Salz, nie heißes Wasser, das es im Stoff festsetzt.
Rotwein
Salz darauf, sobald er verschüttet ist, damit es aufsaugt; dann etwas Milch oder Mineralwasser mit Kohlensäure.
Fett und Öl
Talkumpuder, Mehl oder Kreide auf den Fleck, über Nacht lassen und dann abbürsten.
Tinte
In Milch einweichen oder mit Alkohol abtupfen.
Rost
Zitronensaft und Salz, dann das Kleidungsstück in die Sonne hängen.
Gras
Etwas Alkohol oder Essig, dann normal waschen.
Kerzenwachs
Löschpapier oben und unten, dann mit dem heißen Bügeleisen darüber: Das Wachs geht ins Papier.
Schweiß und Ränder
Eine Paste aus Natron und Wasser auf die Ränder vor dem Waschen.
03Ohne Drogerie
Zähne und Körperpflege
Was im Haus und im Gemüsegarten war, reichte auch für die eigene Pflege.
Weiße Zähne
Ein Salbeiblatt über die Zähne reiben. Ab und zu, nicht jeden Tag, weil es kratzt, etwas Natron mit einer Prise Salz.
Frischer Atem
Petersilie, eine Gewürznelke oder ein paar Fenchelsamen kauen.
Glänzendes Haar
Die letzte Spülung mit Wasser und Essig; Kamille, um blondes Haar aufzuhellen.
Deodorant
Der Alaunstein, über die frisch befeuchtete Haut gestrichen.
Rissige Hände
Olivenöl und Zucker in die Hände reiben, oder Glyzerin und Zitrone.
04Essig, Zitrone, Natron
Das Haus
Drei Zutaten aus der Speisekammer, und das Haus glänzte.
Fenster
Wasser und Essig, und zum Trocknen zerknülltes Zeitungspapier: keine Schlieren.
Silber
Heißes Wasser, Natron und Salz in einer mit Alufolie ausgelegten Schüssel: Das Silber glänzt von allein wieder.
Kupfer und Messing
Eine halbe Zitrone in Salz getaucht, oder eine Paste aus Essig und Mehl.
Angebrannte Töpfe
Wasser und Essig, oder Wasser und Natron, im Topf aufkochen: Das Angebrannte löst sich.
Kalk
Heißen Essig auf den Wasserhähnen und im Wasserkocher einwirken lassen.
Schlechte Gerüche
Eine Schale Natron im Kühlschrank, Kaffeesatz, ein aufgeschnittener Apfel.
Kleidermotten
Lavendelsäckchen, Lorbeerblätter und Zedernholzstücke in den Schränken.
Holzmöbel
Bienenwachs, oder Öl mit ein paar Tropfen Zitrone, mit einem Wolltuch aufgetragen.
Was Großmütter nicht wussten
Bevor du es ausprobierst
- Mische Bleichmittel nie mit Essig, Zitrone oder Ammoniak: Es bilden sich giftige Gase.
- Lauge ist ätzend: nur mit Handschuhen anfassen und von den Augen fernhalten.
- Natron auf den Zähnen ist ab und zu in Ordnung, nicht jeden Tag: Auf Dauer greift es den Zahnschmelz an.
- Bei empfindlichen Stoffen, Seide und Wolle, immer zuerst an einer versteckten Stelle ausprobieren.
Diese Hausmittel stammen aus der mündlichen Überlieferung, zu Hause weitergegeben. Kennst du eines, das fehlt, oder machte es deine Großmutter anders? Sag es uns unten. Auch die Wäscherinnen benutzten Lauge: lies Alte Berufe · Traditionen · Rezepte der Romagna
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